Jäger für Natur und Artenschutz

    In Wald und Wiesen um Alling herum werden Sie diesen Sommer viele Fasane sehen! Unser Jagdpächter hat den natürlichen Lebensraum für die schillernden Hühnervögel geschaffen - und damit für viele andere Arten!

    Jagdrevierpächter Alexander Schaupp kümmert sich seit Jahren um das Revier auf der Westseite der Gemeinde. Jede freie Minute verbringt er „draußen“. Das Wohlergehen seines Wildes liegt ihm am Herzen. Finden sie artgerechtes Futter? Finden sie ausreichend Ruheplätze, um von Menschen ungestört zu sein? Sind sie gesund? Gemeinsam mit den Allinger Landwirten und Waldbauern arbeitet er unermüdlich an der Verbesserung des Lebensraumes für wildlebende Tiere: Blühflächen und Kräuterwiesen werden gesät, Äsung (also Futter) für den Winter angeboten, und Wildruhezonen geschaffen. Die Hege – so nennt der Jäger diese Maßnahmen –betreibt er so vorbildlich, dass er nun bayernweit für ein besonderes Projekt ausgewählt worden ist: Der Bayerische Jagdverband unterstützt und fördert ihn bei der Auswilderung von Fasanen!

    Jäger für Naturschutz und Artenvielfalt

    Auswildern bedeutet nicht „einfach freilassen“. Die Hühnervögel müssen den passenden Lebensraum vorfinden: Sie brauchen Wasser, Wiesen, Wald, Weizen und Wärme. „Wenn es den Fasanen gut geht, dann geht es anderen Arten auch gut“ erklärt der Jäger: Auf dem Speiseplan des Fasans stehen nämlich Samenkörner von Blumen, Brennnesseln und Gräsern. Beeren, Nüsse und Eicheln werden gerne genommen, auch Wurzeln und Knollen. Würmer und Schnecken runden den Speiseplan ab. Die Küken jedoch müssen reichlich Insekten bekommen, damit sie „groß und stark“ werden!

    Also braucht es Blühflächen. Die Blühflächen ziehen Insekten an, auch Bienen und Hummeln. Singvögel und andere kleine Wildtiere teilen sich den Lebensraum mit den Fasanen. Der Hahn im prächtigen Gefieder übernachtet auf Schlafbäumen: Sie bevorzugen dafür hohe alte Bäume. Die Hennen im Tarnkleid bauen Nester als einfache Mulden im Boden, gut versteckt in Wiesen, unter Brennnesseln oder im Unterholz. Also brauchen sie geschützte Plätze, wo sie keinesfalls gestört werden, und auch Räuber wie Fuchs und Greifvogel sie nicht so leicht finden. Diese Voraussetzungen zu schaffen, hat viele Jahre gebraucht. Und ein gutes Miteinander von Jägern, Landwirten, Waldbauern. Und ganz wichtig, braucht es dafür auch rücksichtsvolle und naturliebende Mitmenschen – Spaziergänger, Reiter, Gassigeher und Sportler.

    „Wir sind sehr stolz, dass so etwas in unserer Gemeinde überhaupt möglich ist! Und wir werden das Projekt als Gemeinde begleiten so gut wir können und wo wir gefragt sind!“, verspricht Bürgermeister Stefan Joachimsthaler.

    Bild: Jetzt sind Jäger Alex und seine Frau erst mal als frisch gebackene „Fasaneneltern“ gefordert: Eine fidele Bagage von 71 Fasanenküken ziehen sie bei sich zu Hause auf. Dafür hat er eigens einen Stall in seiner Schreinerwerkstatt gebaut. Dreimal am Tag wollen sie gefüttert werden. Kleingehackte Brennnesseln lieben sie, und die werden für jede Mahlzeit frisch geholt. Sie haben großen Durst – das ist typisch für Fasane. Es gilt also, ständig nach frischem Wasser zu schauen. Unter den Wärmelampen bei ca. 35° Grad lassen sich die „Bieberl“ die gute Fürsorge der Jägerfamilie angedeihen. Wenn sie groß genug sind, dürfen sie in die Auswilderungsvoliere.

    Liebe Naturfreunde, wir halten Euch auf dem Laufenden.

     

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